
Silber oder Gold?
Wer sich zwischen Silber und Gold bei seiner Uhr entscheidet, wählt nicht nur eine Farbe, sondern auch einen Stil – und der hat Einfluss darauf, wie die Uhr wirkt. Als Uhrmacher habe ich da meine ganz eigenen Erfahrungen – und ein paar Tipps, die bei der Entscheidung helfen können.
von Walter Hess
Silber ist für mich der leise Klassiker. Elegant, zeitlos, passt zu (fast) allem – sozusagen der Allrounder unter den Farben. Manchmal fast ein bisschen Understatement, aber eben mit Stil. Gold dagegen? Warm, auffällig, mit einer Portion Luxus, die sagt: «Hier bin ich!»
Jede Farbe bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich:
Material & Pflege
Gold ist auch legiert ein eher weiches Metall und daher etwas anfälliger für Kratzer – hier ist etwas mehr Vorsicht und zwischendurch eine Politur gefragt. Edelstahl ist deutlich widerstandsfähiger und eignen sich gut für den täglichen Gebrauch. Silber neigt dazu, mit der Zeit anzulaufen und muss regelmässig gereinigt werden, damit es seinen Glanz behält. Regelmässig getragen poliert es sich jedoch wie von selbst und bedarf keiner weiteren Pflege. Weissgold wiederum verhält sich wie goldfarbiges Gold, ist jedoch Understatment pur da es nur von Kennern als Gold erkannt wird.
Haut & Komfort
Gold ist hypoallergen, das bedeutet, die Gefahr von Hautreaktionen ist extrem gering. Der von uns verwendet Edelstahl 316L enthält nebst Chrom auch Nickel und etwas Molybdän. Als austenitischer, antimagnetischer Stahl weist er ypischerweise eine hervorragende Biokompatibilität auf, was bedeutet, dass er sehr unwahrscheinlich Hautallergien oder andere Nebenwirkungen verursacht. Silber wirkt antibakteriell, kann jedoch direkt auf der Haut getragen, dort dunkle Stellen hinterlassen, die sich aber einfach mit Wasser und Seife abwaschen lassen.
Investition & Wert
Gold hat je nach eingesetztem Gewicht meist einen höheren Materialwert und ist auch eine Wertanlage. Silberne oder Edelstahl-Uhren punkten mit Alltagstauglichkeit und langlebiger Optik.